21
Jun
15

Israel: 10 Arten der Ungleichbehandlung

Ursprünglich veröffentlicht auf faehrtensuche:

Man muss kein Pro-Israel-Aktivist sein, um wegen der grotesk ungerecht(fertigt)en Behandlung Israels beunruhigt zu sein.

vonDavid A. Harris

Es ist erschreckend zu sehen, wie Israel mit einem ganz anderen Standard behandelt wird als andere Länder im internationalen System. Natürlich verdient Israel, wie jede andere Nation, einen prüfenden Blick. Aber es verdient auch Gleichbehandlung – nicht mehr und nicht weniger.

Erstens: Israel ist der einzige UN-Mitgliedstaat, dessen Existenzrecht unter ständiger Herausforderung steht.

Ungeachtet der Tatsache, dass Israel eine uralte Verbindung mit dem jüdischen Volk verkörpert, wie immer wieder in dem am meisten gelesenen Buch in der Welt, der Bibel, zitiert wird, dass es auf der Grundlage der Empfehlung der UN im Jahr 1947 gegründet wurde und dass es ein Mitglied der Weltorganisation seit 1949 gewesen ist, gibt es einen unerbittlichen Chor der Nationen, Institutionen und Einzelpersonen, die Israels politische Legitimität leugnen.

Niemand würde es wagen, das Existenzrecht vieler anderer Länder…

Original ansehen noch 1.196 Wörter

28
Mai
15

Exzellenz für alle

Ich war ja weiland nicht angetan, einen rheinland-pfälzischen Kultusminister im Radio verkünden zu hören, er hätte die alte Rechtschreibung nicht verstanden, aber die neue auch nicht. Aber der Mann war wenigstens ehrlich.

Die französische Regierung, und ganz speziell die Erziehungsministerin (der Recht schreib Korrektor ändert in “Erziehungsminister in”, Android ist offenbar nicht p.c.), jung und hübsch und Revolverschnauze, hat nun in der offiziellen Kommunikation über die Reform der Mittelschule (Collège) eine besondere Blüte geschaffen. Wo man hinhört, beschwört die Regierung “excellence pour tous”.
Merken die eigentlich nicht, welchen Stuß sie da reden?
Die Synonyme für excellent im Französischen sprechen für sich, und im Deutschen gleichermaßen:
Auserlesene, ausgezeichnet, außerordentlich, erstrangig.
Und das soll es “für alle” geben? Ja, sicher, bei ARD und ZDF sitzen alle in der ersten Reihe. Aber wenn die Masse das Niveau des Besonderen erreicht, ist es nicht mehr besonders. Wenn das außerordentliche Niveau von vielen erreicht wird, ist es nur mehr ordentlich. Das weiß man beim Sport und anderswo. In der Politik ist es offenbar nicht angekommen.

Bisher allerdings ist selbst “ordentlich” nach deutschem Maßstab eher exzellent in Frankreich: hier ist der Anteil der Analphabeten an den Abiturabsolventen höher als in der deutschen Gesamtbevölkerung. Übrigens trotz – oder wegen? – Ganztagsschule, Fremdbetreuung ab dem ersten Lebensjahr und 12klassigem Weg zum Abitur…

Exzellenz für alle. Klar. Und keiner darf mehr auffallen. Herausragen ist unerwünscht.

12
Mai
15

Was du ererbt von deinen Vätern…

Lange hat hier nichts gestanden. Genau genommen weiß ich gar nicht, ob überhaupt noch jemand hier vorbeischaut.
Das echte Leben hat eben vollen Tribut gefordert. Zum einen in Beruf und Amt: da gibt es Zeiten, wo Zeit zum Bloggen ist, und Zeiten, wo keine Zeit dafür bleibt.
Und dann stehst du an einem offenen Grab, und alles ist anders. Du weißt, daß es gut ist, wie es ist, jedenfalls unter den gegebenen Umständen, aber das weißt du eben auch nur oberhalb des Halses. Ein anderer trägt den Talar, nicht du nimmst die Trauerfamilie mit Worten bei der Hand – du wirst heute bei der Hand genommen. “Ich lebe, und ihr sollt auch leben”, sagt Jesus.
Es hatte sich lange abgezeichnet.
“Jerusalem, du hoch gebaute Stadt,
Wollt’ Gott, ich wär in dir!
Mein segnend Herz nach dir Verlangen hat
Und ist nicht mehr bei mir!”
Das war schon ansatzweise zu spüren gewesen, als die Eltern im vergangenen Jahr endlich zu uns kamen, sehen konnten, wo wir leben, weben und sind. Dann kam die Nachricht: Tumore wieder aufgelebt, Therapie angesichts des Allgemeinzustandes nicht erfolgversprechend.
Und es ging abwärts.
Fünf Monate nach der Abreise aus der Saintonge trat mein Vater seine letzte Reise an. Ohne Zögern, ohne Furcht – er war seit langem darauf vorbereitet.

Das war vor einem halben Jahr.
Nun stand ich wieder an seinem Grab. Im Herzen klang dabei die Frage des Engels aus dem Osterevangelium: “Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier!”
Nein, da ist er nicht. Da liegt nur, was ihn am Leben hinderte.

10
Aug
14

Untertan

Lesungen: AT: Jes. 2, 1-5
Epistel: (Eph. 5, 8b-14) Evangelium: Matth. 5, 13-16
Predigttext: Röm. 6, 17-23

Bevor wir in den Text einsteigen, scheint es mir angebracht, den Begriff der „Gerechtigkeit“, der hier gebraucht wird, richtig zu verstehen. Gerechtigkeit ist hier natürlich das Gegenteil von Sünde. Aber ist es die Gerechtigkeit der Richter und der Strafe? Das sei ferne, würde Paulus sagen. Die Gerechtigkeit Gottes ist nicht eine Gerechtigkeit der Verdammung, sondern der Rechtfertigung. Und die ist eben nicht mit Vorwürfen gekoppelt, wie es unser Sprachgebrauch unterstellt, sondern hören wir Rechtfertigung im Wortsinn: zurechtbringen, richtig machen. Den Fehler, den Irrtum korrigieren – aber nicht strafen, und schon gar nicht den Irrenden vernichten! Gerechtigkeit ist hier also pädagogisch, auch heilend, wenn Sie wollen. Und bestimmt nicht Strafe!
Und in unserem Abschnitt könnte Paulus statt „Gerechtigkeit“ auch einfach „Gott“ sagen. Genauer: „Geist Gottes“. Er spricht von Gerechtigkeit, um den Kontrast zu unterstreichen zwischen der Sünde, die mit Lohn und Sold arbeitet, und Gott, der schenkt. weiterlesen ‘Untertan’

27
Jul
14

Kirche bauen

Lesungen: AT: Jesaja 43, 1-7
Epistel: (Röm. 6, 3-8(9-11)) Evangelium: Matth. 28, 16-20
Predigttext: 1.Petrus 2, 2-10

Wie baut man eine Kirche? Der Apostel Petrus schreibt uns davon. Das ist nicht ganz sein Fachgebiet, er ist von Beruf Fischer und nicht am Bau, aber der Bauplan, den er uns vorstellt, ist brauchbar.
Was braucht man, um ein festes Haus zu bauen? Steine. Und ein Fundament.
Heute werden Fundamente in Beton gegossen. Aber das ist eine neue Technik, die alten Gebäude wie diese Kirche haben keine Betonplatte, sondern klassische Fundamente, Grundsteine. Auf diesen Steinen ruht der gesamte Bau, sie sind also besonders wichtig. Denn wenn sie zu schwach sind, wird das ganze Gebäude instabil, und einen Grundstein kann man kaum nachträglich ersetzen. weiterlesen ‘Kirche bauen’

20
Jul
14

standhaft

Lesungen: AT: Gen. / 1. Mose 12, 1-4a
Epistel: (1.Kor.1, 18-25) Evangelium: Lk. 5, 1-11
Predigttext: 2.Thess. 3, 1-5</strong
>
Dieser Abschnitt wäre ein schöner Text für das Missionsfest. Er zeigt auf sehr schöne Weise die Verbindung, die es zwischen den bestehenden Gemeinden und den Missionaren geben muß, eine Verbindung des Gebets, einer für den anderen, und der gegenseitigen Ermunterung.
Die Missionare brauchen diese Unterstützung, weil die Völker, zu denen sie gehen, nicht auf sie gewartet haben. Da, wo sie ankommen, existieren schon Kultur und Glaube, und wer sich in seiner Religion wohlfühlt, hat wenig Lust, etwas anderes zu hören, das ihn zu komplettem Umdenken treiben würde. Da muß schon der Geist Gottes wirken, um sie aufnahmebereit zu machen für das Wort Gottes.
Unsere Gebete sind die Unterstützung für sie, weil sie Gottes Geist drängen, mit Energie zu handeln. Und auch weil die Missionare, die sich durch die betende Gemeinde unterstützt wissen, durchhalten werden. Aber das ist fast zweitrangig, denn Gott allein kann die Herzen der Menschen öffnen.
Aber auch wir, etablierte christliche Gemeinde in dritter und vierter Generation, auch wir brauchen die Unterstützung der Missionare. Ihre Ermutigung, ihr Gebet für uns. Wir haben nicht mehr die überschäumende Energie der Frischbekehrten, der jugendliche Überschwang ist vergangen. Wir leben den Glauben ruhiger, mit gebremstem Schaum… aber wir stehen auch in der Gefahr, in eine tödliche Routine zu verfallen. weiterlesen ‘standhaft’

13
Jul
14

soweit das möglich ist…

Lesungen : AT : Gen. (1. Mose) 50, 15-21
Epistel : (Röm. 14, 10-13 Evangelium : Lk.6, 36-42
Predigttext : Röm. 12, 17-21

Die Texte des vergangenen Sonntags haben uns der Versöhnung mit Gott versichert : seiner Vergebung. Heute geht es einen Schritt weiter : welche Folgen hat diese Versöhnung?
Die Schwierigkeit dieses Absatzes ist: das scheint alles so selbstverständlich. Natürlich müssen wir so handeln. Frieden haben mit allen, soweit nur möglich, und allen Menschen gutes tun. Natürlich, liegt doch auf der Hand!
Schwierig wird es bei der praktischen Umsetzung. Wir regen uns auf, lassen uns mitreißen, und wer könnte von sich behaupten, niemals wütend zu sein? Immer Gott den Zorn, die Rache zu überlassen – oder auch die Möglichkeit, nicht einzugreifen?
Wir verhandeln nicht, wir bestimmen. Wir kämpfen. Wir zahlen erlittenes Übel heim, und wir schlagen auch oft präventiv, bevor uns einer wehtun kann. Gutes für alle? Aber bitteschön, vor allem erst mal Gutes für mich!
Im Leben muß man stark sein. Darf sich nicht herumschubsen lassen, wenn man nicht unter die Räder kommen will. Darf sich nicht auf die Zehen treten lassen, nein: man muß forsch auftreten. Und den anderen zeigen, wer der Herr ist! weiterlesen ‘soweit das möglich ist…’




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