10
Aug
14

Untertan

Lesungen: AT: Jes. 2, 1-5
Epistel: (Eph. 5, 8b-14) Evangelium: Matth. 5, 13-16
Predigttext: Röm. 6, 17-23

Bevor wir in den Text einsteigen, scheint es mir angebracht, den Begriff der „Gerechtigkeit“, der hier gebraucht wird, richtig zu verstehen. Gerechtigkeit ist hier natürlich das Gegenteil von Sünde. Aber ist es die Gerechtigkeit der Richter und der Strafe? Das sei ferne, würde Paulus sagen. Die Gerechtigkeit Gottes ist nicht eine Gerechtigkeit der Verdammung, sondern der Rechtfertigung. Und die ist eben nicht mit Vorwürfen gekoppelt, wie es unser Sprachgebrauch unterstellt, sondern hören wir Rechtfertigung im Wortsinn: zurechtbringen, richtig machen. Den Fehler, den Irrtum korrigieren – aber nicht strafen, und schon gar nicht den Irrenden vernichten! Gerechtigkeit ist hier also pädagogisch, auch heilend, wenn Sie wollen. Und bestimmt nicht Strafe!
Und in unserem Abschnitt könnte Paulus statt „Gerechtigkeit“ auch einfach „Gott“ sagen. Genauer: „Geist Gottes“. Er spricht von Gerechtigkeit, um den Kontrast zu unterstreichen zwischen der Sünde, die mit Lohn und Sold arbeitet, und Gott, der schenkt. weiterlesen ‘Untertan’

27
Jul
14

Kirche bauen

Lesungen: AT: Jesaja 43, 1-7
Epistel: (Röm. 6, 3-8(9-11)) Evangelium: Matth. 28, 16-20
Predigttext: 1.Petrus 2, 2-10

Wie baut man eine Kirche? Der Apostel Petrus schreibt uns davon. Das ist nicht ganz sein Fachgebiet, er ist von Beruf Fischer und nicht am Bau, aber der Bauplan, den er uns vorstellt, ist brauchbar.
Was braucht man, um ein festes Haus zu bauen? Steine. Und ein Fundament.
Heute werden Fundamente in Beton gegossen. Aber das ist eine neue Technik, die alten Gebäude wie diese Kirche haben keine Betonplatte, sondern klassische Fundamente, Grundsteine. Auf diesen Steinen ruht der gesamte Bau, sie sind also besonders wichtig. Denn wenn sie zu schwach sind, wird das ganze Gebäude instabil, und einen Grundstein kann man kaum nachträglich ersetzen. weiterlesen ‘Kirche bauen’

20
Jul
14

standhaft

Lesungen: AT: Gen. / 1. Mose 12, 1-4a
Epistel: (1.Kor.1, 18-25) Evangelium: Lk. 5, 1-11
Predigttext: 2.Thess. 3, 1-5</strong
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Dieser Abschnitt wäre ein schöner Text für das Missionsfest. Er zeigt auf sehr schöne Weise die Verbindung, die es zwischen den bestehenden Gemeinden und den Missionaren geben muß, eine Verbindung des Gebets, einer für den anderen, und der gegenseitigen Ermunterung.
Die Missionare brauchen diese Unterstützung, weil die Völker, zu denen sie gehen, nicht auf sie gewartet haben. Da, wo sie ankommen, existieren schon Kultur und Glaube, und wer sich in seiner Religion wohlfühlt, hat wenig Lust, etwas anderes zu hören, das ihn zu komplettem Umdenken treiben würde. Da muß schon der Geist Gottes wirken, um sie aufnahmebereit zu machen für das Wort Gottes.
Unsere Gebete sind die Unterstützung für sie, weil sie Gottes Geist drängen, mit Energie zu handeln. Und auch weil die Missionare, die sich durch die betende Gemeinde unterstützt wissen, durchhalten werden. Aber das ist fast zweitrangig, denn Gott allein kann die Herzen der Menschen öffnen.
Aber auch wir, etablierte christliche Gemeinde in dritter und vierter Generation, auch wir brauchen die Unterstützung der Missionare. Ihre Ermutigung, ihr Gebet für uns. Wir haben nicht mehr die überschäumende Energie der Frischbekehrten, der jugendliche Überschwang ist vergangen. Wir leben den Glauben ruhiger, mit gebremstem Schaum… aber wir stehen auch in der Gefahr, in eine tödliche Routine zu verfallen. weiterlesen ‘standhaft’

13
Jul
14

soweit das möglich ist…

Lesungen : AT : Gen. (1. Mose) 50, 15-21
Epistel : (Röm. 14, 10-13 Evangelium : Lk.6, 36-42
Predigttext : Röm. 12, 17-21

Die Texte des vergangenen Sonntags haben uns der Versöhnung mit Gott versichert : seiner Vergebung. Heute geht es einen Schritt weiter : welche Folgen hat diese Versöhnung?
Die Schwierigkeit dieses Absatzes ist: das scheint alles so selbstverständlich. Natürlich müssen wir so handeln. Frieden haben mit allen, soweit nur möglich, und allen Menschen gutes tun. Natürlich, liegt doch auf der Hand!
Schwierig wird es bei der praktischen Umsetzung. Wir regen uns auf, lassen uns mitreißen, und wer könnte von sich behaupten, niemals wütend zu sein? Immer Gott den Zorn, die Rache zu überlassen – oder auch die Möglichkeit, nicht einzugreifen?
Wir verhandeln nicht, wir bestimmen. Wir kämpfen. Wir zahlen erlittenes Übel heim, und wir schlagen auch oft präventiv, bevor uns einer wehtun kann. Gutes für alle? Aber bitteschön, vor allem erst mal Gutes für mich!
Im Leben muß man stark sein. Darf sich nicht herumschubsen lassen, wenn man nicht unter die Räder kommen will. Darf sich nicht auf die Zehen treten lassen, nein: man muß forsch auftreten. Und den anderen zeigen, wer der Herr ist! weiterlesen ‘soweit das möglich ist…’

07
Jun
14

Neue Fenster zur Welt

Was eine halbe Dioptrie so ausmachen kann…

29
Mai
14

Er ist wirklich weg

Heute feiern wir den Anfang einer neuen Epoche. Vorbei die Zeit nach Ostern, wo Jesus sich neu seinen Jüngern zeigt. Ab heute ist es endgültig: er ist weg.
Ab jetzt heißt es ohne ihn klarkommen.
Aber… aber das ist nicht wie vor ein paar Wochen, als er tot und begraben war:
Ja, er ist weg. Er ist wirklich und wahrhaftig gegangen, ab jetzt müssen wir leben, ohne ihn in Reichweite zu haben. Und so bleiben die Jünger zurück, ein wenig perplex, aber anders als 40 Tage zuvor sind sie nicht am Boden zerstört.
Und Jesus ist zwar weg, aber er ist deshalb nicht vernichtet, nicht völlig eliminiert.
Das ist die Botschaft unseres Predigttextes:

Gott hat Christus in der Himmelswelt zu seiner Rechten sitzen lassen, hoch über jeder anderen Herrschaft und Gewalt, über jeder Macht und Hoheit und überhaupt über dem Namen, der nicht nur in dieser, sondern auch in der zukünftigen Welt genannt wird. Ja alles hat er ihm zu Füßen gelegt und hat ihn zum alles überragenden Haupt gemacht für die Gemeinde, die ja sein Leib ist, die volle Ausgestaltung dessen, der alles in allen zu voller Ausgestaltung bringt.

(Übersetzung Hermann Menge)
Jesus ist fortgegangen, um den königlichen Thron einzunehmen. Und dieser Ortswechsel ist nötig, damit das Projekt Gottes weitergehen kann.
Es ist wahr: wir bevorzugen oft den Jesus, der uns nah ist. Den Rabbi, den Berater, den Tröster, den Hirten, den Wegweiser und Beschützer. Den aus dem Versprechen, mit dem das Matthäus-Evangelium schließt: “ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.” Aber Lukas, und auch Paulus, holen uns in die Realität zurück. Denn schauen wir uns doch um: ich sehe ihn nicht. Er ist nicht dort in der Ecke, nicht da drüben auf der Bank. Und wenn mir einer sagt, “komm her, hier ist er”, dann lügt der. Wir können mit Jesus nicht essen, nicht mit ihm debattieren, nicht mit ihm lachen, wie es die Jünger bestimmt taten, wenn sie am Abend am Feuer saßen oder bei den Festessen, zu denen sie eingeladen waren. All das, was wir mit unseren Freunden gern tun, können wir mit Jesus nicht tun. Für all das ist er weg. Der Mensch Jesus ist uns für immer entrissen.
Aber Paulus sagt uns, warum er nicht bleiben durfte. Hören wir noch einmal auf den Abschnitt aus dem ersten Kapitel des Epheserbriefes:

Gott hat Christus in der Himmelswelt zu seiner Rechten sitzen lassen, hoch über jeder anderen Herrschaft und Gewalt, über jeder Macht und Hoheit und überhaupt über dem Namen, der nicht nur in dieser, sondern auch in der zukünftigen Welt genannt wird. Ja alles hat er ihm zu Füßen gelegt und hat ihn zum alles überragenden Haupt gemacht für die Gemeinde, die ja sein Leib ist, die volle Ausgestaltung dessen, der alles in allen zu voller Ausgestaltung bringt.

Das klingt ein wenig so, wie Jesus zu den zwei Kameraden auf dem Weg nach Emmaus sagt: “Mußte denn der Messias dies nicht leiden?” Doch, der Menschensohn muß uns verlassen. Er muß gehen und seinen Platz einnehmen, wieder auf seinen Platz zurückkehren, den Platz des Gottessohns.
Warum?
Paulus erklärt: indem er den Sohn zu seiner Rechten einsetzt, legt der Vater ihm alles zu Füßen. Anders gesagt, er macht ihn zum Regenten über alles, was existiert. In der Osternacht hat Jesus den großen Kampf gewonnen und die Mächte des Bösen besiegt, aber heute, am Himmelfahrtstag, wird er feierlich gekrönt zum Herrscher über die gesamte Schöpfung.
Der Christus läßt uns also nicht allein mit dem Auftrag, den er uns gegeben hat. Er begleitet ihn nur anders, als wir es uns vielleicht vorgestellt hätten, er ist nicht mehr da als Meister, als Ausbilder, als Lehrer, der uns sagt und zeigt, wie wir was machen müssen, und der unsere Schritte und Entscheidungen korrigiert oder bewertet. Wir müssen jetzt erwachsen sein und so handeln, wie ausgebildete Gesellen, die ihr Zeugnis in der Tasche haben. Und wir müssen uns nun gegenseitig unterstützen, beraten, brüderlich korrigieren. Wir müssen uns gegenseitig Jesus sein.
Er hat anderes zu tun. Er zieht die Fäden. Er regiert – erst einmal im Verborgenen, so daß es nur die Eingeweihten bemerken – die Welt, führt Ideen und Entscheidungen so manches Großen der Welt, gerade soviel, wie es nötig ist, um uns unsere Arbeit machen zu lassen.
Und auf Erden war Jesus Anführer eines kleinen Grüppchens. Zu besten Zeiten anscheinend ein paar hundert, am Ende bleiben zwölf. Und elf sehen ihm nach am Himmelfahrtstag. Elf. Wäre Jesus geblieben, die Kirche wäre eine kleine verschworene Gemeinschaft geblieben, so wie viele kleine Gemeinden der Diaspora, wo man die Gottesdienstbesucher an den Fingern abzählen kann, und wenn man die Nasenspitze dazunehmen muß, ist es schon guter Besuch. Sein Weggehen, oder augenzwinkernd gesagt, seine Beförderung zum Weltgeneraldirektor, ist die notwendige Bedingung dafür, daß diese Bewegung von ein paar Männern zu einer Weltunternehmung wird. Sie müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen und selbständig zu werden, und dafür muß Jesus sich rar machen. In einem Betrieb, wo der Chef immer die schwierigen Dinge selbst macht, klappt nichts, sobald der Chef außer Haus ist.
Und just weil er an der Spitze ist, der Kopf ist dessen, was bald “Kirche” genannt werden wird, verlieren die Jünger ihn nicht ganz aus dem Blick und bleiben in der Spur, die er ihnen vorgezeichnet hat. Sie bleiben mit ihm in Kontakt, aber anders als erwartet, anders als vorher.
Das ist ein Paradigmenwechsel, ein Umbruch wie die Kommunikation im 20. Jahrhundert. Mein Großvater ist 1907 geboren. Da gab es den Brief – den gibt es heute noch – und das Telegramm. Die Übertragung, Buchstabe für Buchstabe, eines Textes. Als sein Sohn, mein Vater geboren wurde, gab es das Telefon: man konnte Töne übertragen. Man konnte sie sogar drahtlos übertragen, das war das Radio. Als sein Enkel geboren wurde – ich – gab es Bildübertragung, und sogar schon manchmal in Farbe. Und es gab die ersten Faxgeräte, zuerst nur für Behörden. Als mein Großvater starb, wenige Wochen vor der Geburt seiner ersten Urenkelin, meiner Tochter, gab es Internet, und damit kann man hochauflösende Bilder übertragen und sogar bewegte Bilder, Videos. Wer hätte das 1907 gedacht…
Und genau so einen Sprung vom Telegrafen zum Hochleistungsinternet müssen die Jünger jetzt verkraften. Aber der Gewinn ist groß: statt einer Handvoll Leute erreicht man jetzt Menschen auf der ganzen Welt. Und das Netzwerk heißt nicht Internet, sondern “Leib Christi” oder “Gemeinschaft der Gläubigen” oder einfach “Kirche”. Dieser Leib ist und bleibt geleitet durch Jesus Christus selbst, der sein Kopf ist, und er ist erfüllt, animiert durch Gott den Vater. Durch niemanden und nichts anderes. Christus ist in unserem Leben gegenwärtig, ebenso wie vorher – aber ganz anders. Jetzt verdeutlicht sich seine Gegenwart durch den Heiligen Geist, der uns versprochen ist, wir kennen die Verheißungen aus den Abschiedsreden, und seine Gegenwart ist konkret durch die anderen Glieder des Leibes. Jeder von uns ist berufen, Statthalter Christi zu sein. Lieu-tenant heißt das auf französisch, davon kommt das Wort Leutnant. Die Stätte für Christus besetzen, aber auch an seiner Stelle präsent sein, gegenwärtig sein, gewissermaßen ist er da, weil wir da sind. Und im besten Fall wird für die Leute eine Begegnung mit uns genau so heilsträchtig, als hätten sie Christus selbst getroffen. Leutnants, Statthalter. Stellvertreter, hätte ich gern gesagt, vicarius, das sagt genau das aus, aber der Begriff ist gewissermaßen belegt. Auch wenn der letzte, der ihn trug, ihn nicht behalten mochte und sein Nachfolger nun ohne diesen Titel auskommen muß, wenn gewissermaßen der Titel des Stellvertreters Christi jetzt vakant ist. Es ist nunmal leicht falsch zu verstehen.
Außerdem kann die Herde der Stellvertreter Christi leicht auf die falsche Spur kommen, sich die Fülle der Macht anmaßen, die der Vater dem Sohn anvertraut – und die gerade nicht Teil der Stellvertretung ist. Jesus beruft uns nicht, die anderen zu beherrschen, sondern ihnen zu dienen. Und er selbst macht sich zum Diener aller, er, der himmlische König, der über die ganze Welt regiert und dem alle Mächte der Welt unterworfen sind. Auch wenn sie es noch nicht wissen.
Amen.

29
Mai
14

“da komm ich gar nicht vor”

Die Kollegin Müller stellt in einem Blogeintrag fest: im Programm meiner Gemeinde komme ich gar nicht vor. Außer daß ich die Pfarrerin bin. Noch.

Stimmt. In meiner Gemeinde auch. Und in meiner vorherigen Gemeinde ebenso.
Als ich ein ganz junger Pastor war, hab ich alle Paare, die in den vergangenen Jahren in “meiner” Kirche den Segen für ihre Ehe erhalten hatten, eingeladen zu einem Treffen. Austausch, Kaffee und Kuchen, einfach sich kennenlernen und sehen, was man gemeinsam machen kann. Weil ich immerhin so hellsichtig bin, zu wissen, daß ich nicht 08/15 bin und das, was mich zutiefst interessiert und bewegt, für viele andere Leute bestenfalls orbital interessant ist. Weil ich aber auch dachte, wenn man schon evangelisch “kirchliche Trauung” gehabt hat, dann hat das, was in der Kirche im Zentrum steht, auch irgendwo ein kleines Plätzchen, und sei es ein Nischenplätzchen im Leben.

Das Ergebnis war: das einzige junge Paar, das da kam, war die Pfarrfrau und ich. Nicht mal der Presbyteriums-Schatzmeister, den ich zwei Monate vorher mit seiner neuen Frau eingesegnet hatte, war da – und keiner hatte es für nötig befunden, auch nur abzusagen.

Ich hab mich dann aufs Kerngeschäft konzentriert. Auf die Leute, die da sind. Denn mit denen, die nicht da sind, ist kein Staat zu machen, und erst recht keine Gemeinde. Gemeinde wächst nur um die herum, die schon da sind. Und seien es auch vier oder fünf. (In Apostelgeschichte 2 immerhin schon mal 12.)
Das hat auch ganz gut geklappt, der Gottesdienstbesuch hat sich in relativ kurzer Zeit verdreifacht. Ein paar jüngere Familien waren auch dabei, mit Kindern im Grund- und Mittelschulalter. Für die hab ich aber nichts Spezielles anzubieten vermocht: da war erstens die Frage nach der Zeit (tagsüber Arbeit, samstags Überstunden, und am Abend müssen ja die Kinder versorgt werden…) und zweitens die Sache, daß die Interessen der einen und der andren sehr verschieden lagen und die spirituellen Sensibilitäten und Bedürfnisse auch. Die Frauen haben am “KT für Erwachsene” teilgenommen, einen Sonntagnachmittag im Monat, die Männer waren dann irgendwann beide im Gemeinderat, einer auch im Bibelkreis.

Ach ja, der Bibelkreis. Der war schön. Hatte aber erst so schön “populär” angefangen, und dann hatte ich auf einmal zu 70% Laienprediger da sitzen. Einer nach dem anderen waren sie dazugekommen. Und haben schleichend den Laden übernommen und auf eine ganz andere Ebene überführt. (Mit pensionierten Pfarrern ist es keinen Deut besser…) Und damit leider manchen, die nicht so hochtheologisch diskutieren können, die Freude genommen. Der andere Bibelkreis war da besser, lauter alte Damen (kein Wunder, um 15 Uhr nachmittags), und die mußten erst mal entdecken, daß sie selbst auch was zum Text denken konnten… da war nur die Gemeinderatsvorsitzende dagegen, den öfter abzuhalten, einmal im Monat wäre doch genug.

Und einen Kindergottesdienst hab ich begründet, es gab keinen mehr; da waren dann auch die Mütter wieder dabei. Und die, die gern Kinder gehabt hätten.
Aber zu einem Männerkreis, zu einer Gruppe für 20-50-Jährige, zum Kreis junger Familien etc. ist es nicht gekommen.

Es ist ein Teufelskreis: wo was ist, kann es wachsen, und wo nichts ist, kann man auch nicht aus nichts etwas schaffen.
Also halte ich das Ohr am Volk, gewissermaßen, und folge dem, was die Leute brauchen oder haben wollen, die da sind. Und dem, was als Mangel empfunden wird.
Für viel anderes habe ich tatsächlich auch keine Zeit übrig; wenn Neues kommen soll, muß ich woanders sparen – oder zumindest kann ich nicht überall gleich präsent sein.
So ganz zufrieden damit bin ich nicht. Aber ich bin für mich zu dem Schluß gekommen, es ist wesentlich wichtiger, auf das zu sehen, was da ist, und das zu fördern und zu entwickeln, als immer auf das zu starren, was ich vielleicht gern hätte, was aber nicht da ist und trotz alles Hokuspokus nicht keimen will. So etwa die Jugendarbeit. Jeder Gemeinderat, den ich treffe, jammert über die fehlende Jugend und daß man da doch was machen müßte, und das wäre doch so wichtig… (auch wegen “wenn wir mal nicht mehr können, muß jemand da sein, der das übernehmen kann”, aber da sag ich frech: wir sind nicht dazu da, einen Gemeindeverein zu verewigen, sondern das Evangelium zu verkündigen. Soll der Verein doch eingehen, wenn keiner mehr da ist, der sich engagieren will. Denn dann ist auch kein Verein mehr zu leiten. Aber das Evangelium, das ist wichtig.) Und dabei wird übersehen, daß das oft, so wie hier und auch in Lothringen, schon die allgemeine Bevölkerungsstruktur nicht hergibt, ohne Universität in Reichweite und mit wenig Arbeitsplätzen in der Gegend, aber dafür vielen alten Leuten, die in dieser schönen Gegend ihre Rente verleben wollen. Und daß es von daher viel sinnvoller wäre, genau die Leute anzusprechen, die in der Gegend leben: die von 60 bis 120. Und nicht die Jugendlichen, die eh nix davon wissen wollen.
Außerdem bringt alle Jugendarbeit nichts, solange die Eltern keinerlei Interesse haben und ihre Kinder nur hinschicken, wenns gerade mal gelegen kommt; damit kann man kein Konzept aufbauen, und wenn die Katecheten regelmäßig mit einem oder keinem Jugendlichen dastehen, ist das nur frustrierend für alle Beteiligten. Und treibt denjenigen, der noch kam, dann auch zum Fortbleiben.

Ich müßte eigentlich mit einem Semikolon aufhören, denn fertig bin ich mit der Frage nicht…




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